Sanierungsfahrplan (iSFP): Ablauf, Kosten und Förderbonus 2026
Der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP) ist 2026 das wichtigste Planungsdokument für die energetische Modernisierung. Dieser Ratgeber erklärt, was der iSFP ist, wie der Ablauf mit dem Energieberater aussieht und was er kostet. Plus: 5-%-Förderbonus, sinnvolle Maßnahmenreihenfolge und ein Fallbeispiel Fertighaus Baujahr 1982.
Der individuelle Sanierungsfahrplan – kurz iSFP – ist 2026 das wichtigste Planungsdokument für jeden, der ein älteres Haus energetisch modernisieren will. Er zeigt Schritt für Schritt, welche Maßnahmen in welcher Reihenfolge sinnvoll sind, was sie kosten und wie viel sie einsparen. Und er bringt bares Geld: Wer nach iSFP saniert, erhält 5 Prozent zusätzlichen Förderbonus auf Einzelmaßnahmen der BEG EM. Dieser Ratgeber erklärt, was der iSFP ist, wie der Ablauf mit dem Energieberater aussieht, was er kostet, wie hoch der BAFA-Zuschuss ausfällt, in welcher Reihenfolge die Maßnahmen kommen sollten – und rechnet alles an einem Fertighaus Baujahr 1982 durch. Alle Zahlen sind Richtwerte für 2026.
Was ist der individuelle Sanierungsfahrplan (iSFP)?
Kurzantwort: Der individuelle Sanierungsfahrplan ist ein standardisiertes Beratungsdokument, das ein zertifizierter Energieberater für Ihr konkretes Gebäude erstellt. Er hält den aktuellen Zustand fest, beschreibt alle sinnvollen Sanierungsmaßnahmen mit Kosten, Einsparung und Reihenfolge und stellt sie übersichtlich als Zeitplan dar. Der iSFP ist bundesweit einheitlich, wird über die BAFA mit 50 Prozent gefördert und dient zugleich als Nachweis für den zusätzlichen 5-Prozent-Förderbonus bei späteren Einzelmaßnahmen.
Anders als ein einfacher Kostenvoranschlag betrachtet der iSFP Ihr Haus als Gesamtsystem: Er verhindert, dass Sie erst die Heizung tauschen und danach dämmen – eine Reihenfolge, die eine überdimensionierte und teurere Anlage bedeutet. Stattdessen entsteht ein aufeinander abgestimmter Plan, den Sie in Etappen über bis zu 15 Jahre abarbeiten können. Der iSFP wird in zwei Varianten dargestellt: als „Sanierung in einem Zug“ und als „Sanierung in Schritten“ – so erkennen Sie sofort, welcher Weg zu Ihrem Budget passt.
iSFP oder BzA — nicht verwechseln
Der iSFP ist eine strategische Beratung für den gesamten Sanierungspfad. Davon zu unterscheiden ist die „Bestätigung zum Antrag“ (BzA), die der Energieeffizienz-Experte für jede geförderte Einzelmaßnahme separat ausstellt. Beide gehören zusammen: Der iSFP liefert die Strategie und den 5-Prozent-Bonus, die BzA schaltet die konkrete Förderung frei. Für den Bonus muss die jeweilige Maßnahme innerhalb der Gültigkeit des iSFP umgesetzt werden.
Ablauf mit dem Energieberater: In fünf Schritten zum iSFP
Kurzantwort: Der Weg zum iSFP läuft 2026 in fünf Schritten: Zuerst suchen Sie einen BAFA-gelisteten Energieeffizienz-Experten und beauftragen ihn. Danach folgt der Vor-Ort-Termin mit Bestandsaufnahme von Hülle, Heizung und Verbrauch. Der Berater wertet die Daten aus und entwickelt die Maßnahmenpakete. Anschließend erhalten Sie den fertigen iSFP im einheitlichen Format samt Erläuterungsgespräch. Zuletzt setzen Sie die Maßnahmen in der empfohlenen Reihenfolge um – jede einzelne mit 5-Prozent-Bonus. Der gesamte Prozess dauert meist vier bis acht Wochen.
- 1. Energieberater finden: Nur zertifizierte Energieeffizienz-Experten aus der Liste des Bundes dürfen einen förderfähigen iSFP erstellen.
- 2. Vor-Ort-Termin: Der Berater nimmt Gebäudehülle, Fenster, Dach, Heizung und Warmwasser auf und sichtet Ihre Verbrauchsdaten.
- 3. Analyse und Berechnung: Aus den Daten entstehen konkrete Maßnahmenpakete mit Kosten, Einsparpotenzial und CO2-Wirkung.
- 4. Übergabe des iSFP: Sie erhalten das standardisierte Dokument samt Erläuterungsgespräch — verständlich aufbereitet mit Ampellogik.
- 5. Umsetzung in Etappen: Sie arbeiten die Maßnahmen nach Budget und Priorität ab, jede mit dem zusätzlichen 5-Prozent-Bonus.
Wichtig: Beauftragen Sie den Energieberater, bevor Sie irgendeine Maßnahme vergeben. Der Berater begleitet Sie idealerweise über die gesamte Sanierung, stellt die nötigen Bestätigungen für jede Förderung aus und übernimmt die Baubegleitung. Diese Baubegleitung ist ebenfalls förderfähig. Wie sich einzelne Sanierungsbudgets im Fertighaus aufteilen, zeigt der Modernisieren-Ratgeber.
Kosten und BAFA-Zuschuss: Was der iSFP wirklich kostet
Kurzantwort: Ein iSFP für ein Ein- oder Zweifamilienhaus kostet 2026 als Richtwert 1.300 bis 2.000 Euro. Die BAFA fördert die Energieberatung mit 50 Prozent der förderfähigen Kosten, gedeckelt auf 1.300 Euro Zuschuss bei Ein- und Zweifamilienhäusern. In der Praxis zahlen Sie nach Abzug des Zuschusses oft nur 200 bis 700 Euro aus eigener Tasche. Der Zuschuss wird direkt an den Energieberater ausgezahlt, sodass sich Ihr Rechnungsbetrag von vornherein reduziert – Sie müssen nicht in Vorleistung gehen.
Kosten und Zuschuss iSFP 2026 (Richtwerte)
| Position | Ein-/Zweifamilienhaus | Mehrfamilienhaus (ab 3 WE) |
|---|---|---|
| Beratungskosten brutto | 1.300–2.000 € | 1.700–2.600 € |
| BAFA-Fördersatz | 50 % | 50 % |
| Maximaler Zuschuss | 1.300 € | 1.700 € |
| Eigenanteil (Richtwert) | 200–700 € | 300–900 € |
| Auszahlung | direkt an den Berater | direkt an den Berater |
| Gültigkeit des Plans | 15 Jahre | 15 Jahre |
Rechnen Sie die Beratungskosten nicht als Ausgabe, sondern als Investition: Der iSFP verhindert teure Fehlreihenfolgen und schaltet den 5-Prozent-Bonus frei – der sich bei größeren Maßnahmen schnell auf mehrere Tausend Euro summiert. Eine vollständige Übersicht über alle Förderwege bietet der Beitrag zu den Förderungen.
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Der 5-%-iSFP-Bonus bei der BEG EM: So funktioniert die Extra-Förderung
Kurzantwort: Wer eine Einzelmaßnahme an der Gebäudehülle oder Anlagentechnik auf Basis eines iSFP umsetzt, erhält 2026 einen zusätzlichen Förderbonus von 5 Prozentpunkten – oben auf die reguläre Grundförderung der BEG EM. Aus 15 Prozent für eine Dämmung werden so 20 Prozent, aus 15 Prozent für Fenster werden 20 Prozent. Der Bonus gilt für die Maßnahmen, die im iSFP empfohlen wurden, und ist auf einen jährlichen Höchstbetrag der förderfähigen Kosten begrenzt. Für den Heizungstausch selbst gilt der iSFP-Bonus nicht – dort greifen andere Boni.
Förderung mit und ohne iSFP-Bonus (BEG EM 2026, Richtwerte)
| Maßnahme | Grundförderung | Mit iSFP-Bonus |
|---|---|---|
| Außenwand-Dämmung WDVS | 15 % | 20 % |
| Dachdämmung | 15 % | 20 % |
| Kellerdecken-Dämmung | 15 % | 20 % |
| Fenster mit U_w ≤ 0,95 | 15 % | 20 % |
| Lüftungsanlage mit WRG | 15 % | 20 % |
| Heizungsoptimierung | 15 % | 20 % |
| Heizungstausch (Wärmepumpe) | 30 % + Boni | kein iSFP-Bonus |
Ein Rechenbeispiel: Für eine Fassadendämmung von 40.000 Euro erhalten Sie mit Grundförderung 6.000 Euro Zuschuss (15 Prozent), mit iSFP-Bonus dagegen 8.000 Euro (20 Prozent) – 2.000 Euro mehr, allein aus dem Bonus. Über mehrere Maßnahmen hinweg hat sich die Beratungsinvestition damit oft schon beim ersten großen Schritt bezahlt gemacht. Wichtig bleibt: Der Förderantrag muss vor der Auftragsvergabe gestellt sein.
Sinnvolle Reihenfolge der Maßnahmen: Hülle vor Heizung
Kurzantwort: Die energetisch und wirtschaftlich sinnvollste Reihenfolge lautet 2026: erst die Gebäudehülle, dann die Anlagentechnik. Wer zuerst Dach, Fassade und Fenster dämmt und erst danach die Wärmepumpe einbaut, kommt mit einer kleineren, günstigeren Anlage aus – in Anschaffung und Betrieb. Auf die Hülle folgt eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung, um Schimmel zu vermeiden, danach die Heizung und zuletzt Photovoltaik mit Speicher. Genau diese Logik bildet der iSFP ab und begründet sie für Ihr Gebäude.
- 1. Dämmung des Dachs oder der obersten Geschossdecke — hier ist die Einsparung pro Euro am größten und oft GEG-Pflicht.
- 2. Dämmung der Außenwand (WDVS) — reduziert Wärmeverluste und Wärmebrücken deutlich.
- 3. Fenster tauschen — idealerweise parallel zur Fassadendämmung, um Gerüst- und Anschlusskosten zu teilen.
- 4. Kellerdecke oder Bodenplatte dämmen — spürbar mehr Fußwärme im Erdgeschoss.
- 5. Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung — nach der Hüllendämmung nötig, um Schimmelschäden zu verhindern.
- 6. Heizungstausch auf Wärmepumpe — jetzt korrekt auf den gedämmten Bestand dimensioniert und damit günstiger.
- 7. Photovoltaik mit Speicher — als Ergänzung zur Wärmepumpe für niedrige Betriebskosten.
Ist der Heizungstausch aus einem Defekt oder wegen einer GEG-Pflicht nicht aufschiebbar, planen Sie die spätere Dämmung wenigstens rechnerisch mit und legen die Wärmepumpe auf den künftigen, gedämmten Wärmebedarf aus. Welche GEG-Pflichten dabei greifen, erklärt der GEG-Ratgeber 2026.
Fallbeispiel: Fertighaus Baujahr 1982, 130 m²
Kurzantwort: Ein typisches Holzständer-Fertighaus von 1982 mit 130 Quadratmetern verbraucht 2026 rund 230 kWh/m² im Jahr – Heizkosten von etwa 3.800 Euro. Der iSFP empfiehlt hier vier Etappen über acht Jahre: Dach- und Fassadendämmung, Fenstertausch, Lüftung mit Wärmerückgewinnung und zuletzt eine Wärmepumpe mit Photovoltaik. Gesamtkosten rund 118.000 Euro brutto, nach BEG-Förderung und iSFP-Bonus bleiben etwa 72.000 Euro Eigenanteil. Der Endenergiebedarf sinkt auf rund 70 kWh/m², die Heizkosten auf gut 1.200 Euro im Jahr.
Etappenplan Fertighaus Bj. 1982, 130 m² (Richtwerte 2026)
| Etappe | Maßnahme | Kosten brutto | Förderung inkl. iSFP-Bonus |
|---|---|---|---|
| Jahr 1 | Dach- und Fassadendämmung | 48.000 € | 20 % = 9.600 € |
| Jahr 2 | Fenster 3-fach-Verglasung | 16.000 € | 20 % = 3.200 € |
| Jahr 4 | Lüftung mit Wärmerückgewinnung | 12.000 € | 20 % = 2.400 € |
| Jahr 6 | Wärmepumpe Luft-Wasser | 26.000 € | bis 55 % = 14.300 € |
| Jahr 8 | Photovoltaik 8 kWp + Speicher | 16.000 € | regional/EEG |
| Summe | Vollsanierung in Etappen | ≈ 118.000 € | ≈ 46.000 € Zuschuss |
Warum die Etappen so und nicht anders liegen
Die Dämmung steht bewusst am Anfang: Sie senkt den Wärmebedarf so stark, dass die Wärmepumpe in Etappe vier deutlich kleiner und günstiger ausfallen kann. Käme die Wärmepumpe zuerst, müsste sie auf den hohen Bedarf des unsanierten Hauses ausgelegt werden – teurer im Kauf und im Stromverbrauch. Genau diese Kette aus Ursache und Wirkung macht den iSFP so wertvoll: Er begründet die Reihenfolge nicht mit dem Bauchgefühl, sondern mit den Zahlen Ihres konkreten Hauses.
Nach Abschluss aller Etappen erreicht das Haus aus dem Beispiel einen Standard nahe am Effizienzhaus – bei einem Bruchteil der Kosten eines Neubaus. Ob sich dieser Weg für Ihr Gebäude wirklich rechnet oder ob ein Neubau günstiger wäre, beleuchtet der Vergleich Altbau kaufen oder neu bauen. Wer stattdessen neu bauen möchte, findet erste Anhaltspunkte im Musterhaus und beim Hausbau-Ablauf.
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