Grundstück verkaufen: der Ratgeber 2026
Sie möchten Ihr Grundstück verkaufen – privat oder mit Makler? Wir zeigen Ihnen, wie Sie den Grundstückswert über den Bodenrichtwert ermitteln, welche Steuern und Fristen gelten, wie der Ablauf beim Notar funktioniert und wann sich ein Teilverkauf lohnt.
Grundstückswert ermitteln: der Bodenrichtwert
Bevor Sie Ihr Grundstück verkaufen, sollten Sie den realistischen Marktwert kennen. Ausgangspunkt ist der Bodenrichtwert – ein durchschnittlicher Lagewert je Quadratmeter, den die unabhängigen Gutachterausschüsse der Gemeinden ermitteln und regelmäßig veröffentlichen. Abrufen können Sie ihn meist kostenfrei über die BORIS-Portale der Bundesländer. Multiplizieren Sie den Bodenrichtwert mit Ihrer Grundstücksfläche, erhalten Sie einen ersten Anhaltspunkt.
Der tatsächliche Preis weicht davon ab: Lage, Zuschnitt, Erschließungsgrad, Baurecht und Ausnutzbarkeit führen zu Zu- oder Abschlägen. Ein voll erschlossenes, sofort bebaubares Grundstück in gefragter Lage erzielt deutlich mehr als eine schwer zugängliche Restfläche. Für einen belastbaren Preis lohnt sich ein Verkehrswertgutachten oder eine fundierte Markteinschätzung. Wie sich die Preise regional entwickeln, zeigt unsere Übersicht der Grundstückspreise 2026. Eine erste kostenlose Einschätzung liefert Ihnen unser Grundstücks-Check.
Steuern beim Grundstücksverkauf: die Spekulationsfrist
Der wichtigste steuerliche Faktor ist die zehnjährige Spekulationsfrist. Verkaufen Sie ein Grundstück innerhalb von zehn Jahren nach dem Kauf mit Gewinn, unterliegt der Wertzuwachs der Spekulationssteuer – versteuert wird er mit Ihrem persönlichen Einkommensteuersatz. Nach Ablauf der zehn Jahre ist der Verkauf steuerfrei, unabhängig vom Gewinn. Bei einem geerbten oder geschenkten Grundstück wird die Haltefrist des Voreigentümers angerechnet. Details regelt das Einkommensteuergesetz (§ 23 EStG). Klären Sie Ihre individuelle Situation im Zweifel mit einem Steuerberater.
Grundstück verkaufen: privat oder mit Makler?
Privatverkauf
- Keine Maklerprovision – volle Ersparnis
- Direkter Kontakt zu den Interessenten
- Volle Kontrolle über Preis und Ablauf
- Höherer Zeitaufwand für Vermarktung und Termine
- Rechts- und Preisrisiko liegt bei Ihnen
Verkauf mit Makler
- Marktkenntnis und realistische Preisfindung
- Große Reichweite und geprüfte Kaufinteressenten
- Exposé, Besichtigungen und Verhandlung übernimmt der Profi
- Provision, meist geteilt zwischen Käufer und Verkäufer
- Sinnvoll bei komplexen oder erklärungsbedürftigen Grundstücken
Ablauf: in 5 Schritten zum Verkauf
- 1
Wert ermitteln
Bodenrichtwert prüfen, Lage und Zuschnitt bewerten, ggf. Gutachten einholen.
- 2
Unterlagen zusammenstellen
Grundbuchauszug, Flurkarte, Bebauungsplan, Altlastenauskunft besorgen.
- 3
Vermarkten
Exposé erstellen, Preis festlegen, privat oder über Makler inserieren.
- 4
Käufer prüfen & verhandeln
Bonität klären, Besichtigungen, Kaufpreis und Bedingungen verhandeln.
- 5
Notartermin & Übergabe
Notarieller Kaufvertrag, Grundbucheintrag, Kaufpreiszahlung, Übergabe.
Notartermin und Eigentumsübergang
Ein Grundstücksverkauf ist ohne notarielle Beurkundung nicht gültig. Der Notar entwirft den Kaufvertrag, beide Parteien prüfen ihn in Ruhe, anschließend folgt der Beurkundungstermin. Danach veranlasst der Notar die Auflassungsvormerkung im Grundbuch, überwacht die Kaufpreiszahlung und sorgt schließlich für die Umschreibung des Eigentums. Die Notar- und Grundbuchkosten trägt üblicherweise der Käufer; abweichende Vereinbarungen sind möglich. Achten Sie darauf, dass sämtliche Unterlagen – Grundbuchauszug, Flurkarte, Erschließungsnachweise und Altlastenauskunft – vollständig vorliegen.
Teilverkauf und Gartengrundstück
Wer ein großes Grundstück besitzt, kann auch nur einen Teil verkaufen. Dafür ist eine amtliche Grundstücksteilung durch einen öffentlich bestellten Vermessungsingenieur nötig, meist verbunden mit der Zustimmung der Gemeinde. Wichtig ist, dass beide Teilflächen weiterhin bebaubar und erschlossen bleiben. Bei reinen Gartengrundstücken ohne Baurecht fällt der Preis niedriger aus – prüfen Sie im Bebauungsplan, ob eine künftige Bebauung möglich ist, denn Baurecht steigert den Wert erheblich.
Ganz gleich, ob Sie Ihr Grundstück vollständig oder in Teilen verkaufen: Eine saubere Wertermittlung, vollständige Unterlagen und ein marktgerechter Preis sind der Schlüssel zu einem reibungslosen und lukrativen Verkauf.
Bodenrichtwert
Basis der Wertermittlung – kostenfrei über die BORIS-Portale.
10 Jahre Frist
Nach der Spekulationsfrist ist der Verkauf steuerfrei.
Privat oder Makler
Provision sparen oder Profi-Reichweite nutzen.
Notar Pflicht
Der Kaufvertrag muss notariell beurkundet werden.
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Häufige Fragen zum Grundstücksverkauf
Antworten rund um Wertermittlung, Steuern, Ablauf und Teilverkauf – kompakt und auf dem Stand von 2026.
Wie ermittle ich den Wert meines Grundstücks?
Grundstück privat oder über Makler verkaufen?
Muss ich beim Grundstücksverkauf Steuern zahlen?
Welche Unterlagen brauche ich für den Verkauf?
Wie läuft der Verkauf beim Notar ab?
Kann ich nur einen Teil meines Grundstücks verkaufen?
Wie verkaufe ich ein Gartengrundstück?
Wie lange dauert ein Grundstücksverkauf?
Stand 2026, ohne Gewähr. Steuerliche Angaben ersetzen keine individuelle Beratung; maßgeblich ist das Einkommensteuergesetz. Muster-Haus.com ist ein unabhängiges Vergleichsportal und keine Rechts-, Steuer- oder Finanzberatung.

